ISIN gespeichert!

Was bedeutet physische Besicherung bei Krypto-ETPs?

Wer sich mit Krypto-ETPs beschäftigt, stößt schnell auf den Begriff „physische Besicherung“. Gemeint ist damit, dass ein Krypto-ETP tatsächlich mit Bitcoin, Ether oder anderen Kryptowährungen hinterlegt ist. Für die ausgegebenen ETP-Anteile werden also entsprechende Krypto-Assets als Sicherheit gehalten.

Das unterscheidet physisch besicherte Krypto-ETPs von synthetischen Produkten, bei denen die Wertentwicklung meist über Finanzverträge nachgebildet wird. Die physische Besicherung kann dadurch bestimmte zusätzliche Risiken reduzieren. Vor Kursverlusten schützt sie jedoch nicht: Fällt der Wert des zugrunde liegenden Krypto-Assets, kann auch der ETP deutlich an Wert verlieren.

Dabei liegen allerdings keine Bitcoin-Münzen oder Dateien in einem Tresor. Kryptowährungen existieren digital auf einer Blockchain. Entscheidend ist deshalb, dass die entsprechenden Bestände tatsächlich vorhanden sind und professionell verwahrt werden.

Wer versteht, wie physische Besicherung funktioniert, kann Krypto-ETPs besser vergleichen und die Struktur sowie die damit verbundenen Risiken realistischer einschätzen.

Dieser Artikel führt Schritt für Schritt durch die wichtigsten Fragen rund um physische Besicherung bei Krypto-ETPs:

Physische Besicherung einfach erklärt

Wer einen physisch besicherten Krypto-ETP kauft, investiert in ein Wertpapier und nicht direkt in Bitcoin, Ether oder eine andere Kryptowährung. Physisch besichert bedeutet: Für die ausgegebenen ETP-Anteile hält der Emittent tatsächlich entsprechende Bestände des jeweiligen Krypto-Assets als Sicherheit. Ein Bitcoin-ETP ist also mit Bitcoin hinterlegt, ein Ethereum-ETP mit Ether, und so weiter.

Vereinfacht gesagt: Werden aufgrund zusätzlicher Nachfrage neue Anteile eines Bitcoin-ETPs ausgegeben, sorgt der Emittent dafür, dass die entsprechende Menge Bitcoin als Sicherheit hinterlegt wird. Werden Anteile zurückgenommen, wird die hinterlegte Menge reduziert.

Für Anleger bedeutet das: Sie können über ihr gewohntes Wertpapierdepot an der Kursentwicklung der Kryptowährung teilhaben, ohne diese selbst kaufen oder verwahren zu müssen. Die Krypto-Assets werden für das Produkt hinterlegt und professionell verwahrt.

Was ist der Unterschied zwischen physischer und synthetischer Besicherung?

Ein physisch besicherter Krypto-ETP hält den jeweiligen Basiswert, zum Beispiel Bitcoin oder Ether, tatsächlich als Sicherheit.

Ein synthetischer Krypto-ETP investiert dagegen nicht direkt in den Basiswert. Stattdessen bildet er dessen Wertentwicklung über Finanzinstrumente wie Swaps oder andere Derivate nach – daher der Begriff „synthetisch“.

Dabei ist der ETP auf einen Vertragspartner angewiesen, der die vereinbarte Wertentwicklung liefert. Dadurch entsteht ein zusätzliches Gegenparteirisiko: Kann dieser Vertragspartner seine Verpflichtungen beispielsweise wegen einer Insolvenz nicht erfüllen, kann das zu Verlusten für Anleger führen.

Bei physisch besicherten Krypto-ETPs entfällt dieses zusätzliche Gegenparteirisiko aus der synthetischen Nachbildung. Andere Risiken bleiben jedoch bestehen. Dazu gehören insbesondere Kursschwankungen sowie Risiken im Zusammenhang mit dem Emittenten, der Verwahrung und den operativen Abläufen.

Physische Besicherung kann damit bestimmte Risiken reduzieren, macht einen Krypto-ETP aber nicht risikofrei.

Wie funktioniert ein physisch besicherter Krypto-ETP?

Schritt 1
Neue Anteile werden ausgegeben

Anleger kaufen Krypto-ETPs meist über eine Börse. Dort werden in der Regel bereits vorhandene Anteile gehandelt.

Neue Anteile entstehen im sogenannten Primärmarkt. Dort arbeiten der Emittent und ausgewählte Handelspartner, die sogenannten autorisierten Teilnehmer, zusammen. Die autorisierten Teilnehmer stoßen die Ausgabe neuer Anteile an, wenn zusätzliche Nachfrage besteht. Der Emittent gibt daraufhin die entsprechenden ETP-Anteile aus und sorgt dafür, dass die dafür benötigten Krypto-Assets hinterlegt werden.

Schritt 2
Ein professioneller Verwahrer sichert die Assets

Die hinterlegten Krypto-Assets werden von einer spezialisierten Verwahrstelle verwahrt. Die Kryptowährungen selbst bleiben auf der Blockchain. Entscheidend geschützt werden die sogenannten Private Keys – digitale Schlüssel, mit denen man auf die Bestände zugreifen und Transaktionen ausführen kann.

Professionelle Verwahrer sichern diese Schlüssel häufig mit Cold-Storage-Verfahren. Dabei bleiben sie vom Internet getrennt oder werden in besonders geschützten Systemen aufbewahrt. Das erschwert unbefugte Zugriffe und Cyberangriffe. Technische Störungen, menschliche Fehler und andere operative Risiken lassen sich jedoch auch bei professioneller Verwahrung nicht vollständig ausschließen.

Mehr darüber erfahren Sie in unserem ausführlichen Beitrag zur Krypto-Verwahrung.

Schritt 3
Die Bestände werden laufend angepasst

Die Besicherung wird laufend an die Zahl der ausgegebenen ETP-Anteile angepasst: Werden neue Anteile ausgegeben, kommen weitere Krypto-Assets hinzu. Werden Anteile zurückgenommen, wird die hinterlegte Menge entsprechend reduziert.

Schritt 4
Der Wert und die Bestände werden kontrolliert

Ein meist unabhängiger Administrator berechnet regelmäßig den Nettoinventarwert, kurz NAV („net asset value“).

Der NAV zeigt den rechnerischen Wert des ETPs. In die Berechnung fließen unter anderem ein:

  • die vorhandenen Krypto-Bestände
  • das aktuelle Bezugsverhältnis
  • eventuelle Verbindlichkeiten des Produkts

Viele ETPs veröffentlichen noch zusätzliche Nachweise, mit denen Investoren prüfen können, ob die benötigten Krypto-Assets tatsächlich vorhanden sind. Dazu gehören zum Beispiel Berichte des Wirtschaftsprüfers oder sogenannte Proof-of-Reserves-Lösungen.

Sind physisch besicherte Krypto-ETPs Sondervermögen?

Nein. Krypto-ETPs sind Schuldverschreibungen und unterscheiden sich damit von klassischen Fonds. Bei Fonds wird das angelegte Kapital als Sondervermögen getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft verwahrt.

Auch ein physisch besicherter Krypto-ETP ist kein Sondervermögen. Die Besicherung bedeutet vielmehr, dass für die ausgegebenen Anteile tatsächlich Krypto-Assets hinterlegt werden.

Anleger sollten deshalb nicht nur auf die physische Hinterlegung achten, sondern auch darauf, wie die Sicherheiten rechtlich ausgestaltet und geschützt sind.

Worauf sollten Anleger achten?

Die Bezeichnung „physisch besichert“ sagt noch nicht alles über ein Krypto-ETP aus. Anleger sollten deshalb genauer prüfen, wie das Produkt aufgebaut ist:

  • Welcher Basiswert wird hinterlegt?
    Hinterlegt sein sollte genau das Krypto-Asset, auf das sich der ETP bezieht.
  • Ist das Produkt vollständig gedeckt?
    Die vorhandenen Bestände sollten zur Zahl der ausgegebenen Anteile passen.
  • Werden die Krypto-Assets verliehen?
    Lending kann zusätzliche Risiken verursachen.
  • Wer übernimmt die Verwahrung?
    Entscheidend sind unter anderem die Erfahrung, der Unternehmenssitz, die Lizenz und die Sicherheitsstandards des Verwahrers.
  • Werden die Bestände getrennt aufbewahrt?
    Die hinterlegten Krypto-Assets sollten klar von Eigenbeständen und den Vermögenswerten anderer Kunden getrennt sein.
  • Gibt es einen Sicherheitentreuhänder?
    Er kann die Rechte an den Sicherheiten im Interesse der Anleger halten und verwalten.
  • Wie werden die Reserven nachgewiesen?
    Dafür können zum Beispiel Bestandsangaben, Prüfberichte oder Proof-of-Reserves-Lösungen genutzt werden.
  • Welche Risiken nennt der Prospekt?
    Der Prospekt beschreibt die konkreten Risiken des jeweiligen Produkts und sollte deshalb vor einer Anlage sorgfältig gelesen werden.

So besichert nxtAssets seine Krypto-ETPs

Die physische Besicherung ist ein fester Bestandteil der Produktstruktur von nxtAssets.

Emittent

nxtAssets gibt die Krypto-ETPs Bitcoin direct, Bitcoin core, Ethereum direct und Ripple direct aus. Jeder ETP bezieht sich auf den jeweiligen Basiswert.

Verwahrer

Crypto Finance Deutschland verwahrt die hinterlegten Krypto-Assets. Das Unternehmen ist reguliert und Teil der Deutsche Börse Group.

Die Assets werden in Cold Wallets verwahrt und getrennt von anderen Kunden- und Eigenbeständen geführt.

Mehr darüber, wie Crypto Finance die Krypto-Assets verwahrt, erfahren Sie in unserem ausführlichen Beitrag.

Sicherheitentreuhänder

Apex übernimmt die Rolle des unabhängigen Sicherheitentreuhänders. Das Unternehmen hält und verwaltet die Rechte an den hinterlegten Sicherheiten nach den jeweiligen Produktbedingungen.

Administrator

Ein Administrator berechnet regelmäßig den NAV. Grundlage sind unter anderem die verwalteten Bestände und die ausgegebenen ETP-Anteile.

Proof of Reserves

Chainlink stellt laufend Daten zu den Reserven der Krypto-ETPs von nxtAssets bereit. Anleger können diese Informationen über einen öffentlichen Link abrufen und prüfen, ob die erforderlichen Krypto-Bestände vorhanden sind.

Der besondere Mehrwert: Anleger müssen sich damit nicht allein auf die Angaben des Emittenten verlassen, sondern können die Besicherung zusätzlich transparent auf der Blockchain nachvollziehen. Sensible Details wie einzelne Wallet-Adressen bleiben dabei geschützt.

Kein Lending

nxtAssets verleiht die hinterlegten Krypto-Assets nicht weiter.

Auslieferung

Nach den geltenden Produktbedingungen können Anleger die Auslieferung des zugrunde liegenden Krypto-Assets beantragen. Die gelieferte Menge richtet sich nach dem aktuellen Bezugsverhältnis.

Nach der Übertragung sind die Anleger selbst für das eigene Wallet und die sichere Aufbewahrung der Private Keys verantwortlich.

Prospekt

Der Basisprospekt wurde nach den Vorgaben der EU-Prospektverordnung erstellt und von der BaFin gebilligt. Dabei prüft die BaFin, ob das Dokument vollständig, verständlich und widerspruchsfrei ist.

Die Billigung ist jedoch weder eine Empfehlung für das Produkt noch eine Garantie gegen Verluste.

Weitere Informationen finden Anleger im aktuellen Basisprospekt und in den Basisinformationsblättern auf den jeweiligen Produktseiten:

FAQ: physische Besicherung bei Krypto-ETPs

Ist ein physisch besicherter ETP dasselbe wie der direkte Kauf von Bitcoin oder Ethereum?

Nein. Anleger kaufen ein Wertpapier und nicht die Kryptowährung selbst. Dem ETP stehen jedoch entsprechend dem geltenden Bezugsverhältnis Krypto-Assets als Sicherheit gegenüber.

Ein eigenes Wallet oder die Verwaltung von Private Keys ist nicht nötig. Der Handel erfolgt wie bei einer Aktie über das gewohnte Wertpapierdepot.

Was ist das Bezugsverhältnis bei einem Krypto-ETP?

Das Bezugsverhältnis gibt an, wie viel von dem jeweiligen Krypto-Asset einem ETP-Anteil rechnerisch zugeordnet ist.

Ein Beispiel: Entspricht ein ETP-Anteil 0,001 Bitcoin, stehen 1.000 ausgegebenen Anteilen rechnerisch insgesamt 1 Bitcoin gegenüber. Auf Grundlage des jeweils geltenden Bezugsverhältnisses lässt sich damit bestimmen, wie viele Bitcoin für die ausgegebenen Anteile als Sicherheit hinterlegt sein müssen.

Je nach Gebührenmodell kann sich das Bezugsverhältnis mit der Zeit verringern. Wird die laufende Produktgebühr über das Bezugsverhältnis verrechnet, steht einem ETP-Anteil nach und nach etwas weniger von dem jeweiligen Krypto-Asset gegenüber. Deshalb kann die Wertentwicklung des ETPs langfristig leicht hinter der reinen Kursentwicklung des Basiswerts zurückbleiben.

Ist ein physisch besicherter Krypto-ETP automatisch sicher?

Nein. Die physische Besicherung verringert bestimmte Risiken, zum Beispiel das Risiko aus Swap-Vereinbarungen.

Andere Risiken bleiben bestehen. Dazu gehören beispielsweise starke Kursschwankungen. Die physische Hinterlegung ist ein wichtiges Sicherheitsmerkmal, aber kein umfassendes Sicherheitsversprechen. Mögliche Risiken sind dem jeweiligen Produktprospekt zu entnehmen.

Was passiert bei einer Insolvenz des Emittenten?

Die Rechte an den hinterlegten Krypto-Assets werden zugunsten eines unabhängigen Sicherheitentreuhänders gehalten. Das schafft neben der physischen Besicherung eine zusätzliche rechtliche Schutzebene.

Diese Struktur ermöglicht, dass die Sicherheiten im Interesse der Anleger verwaltet und im Ernstfall verwertet werden. Sie ist jedoch nicht mit dem gesetzlichen Schutz eines Sondervermögens gleichzusetzen.

Wie die Absicherung im Einzelnen ausgestaltet ist und welche Risiken bestehen, ist dem jeweiligen Produktprospekt zu entnehmen.

Wie lässt sich die physische Besicherung prüfen?

Anleger können dafür verschiedene Informationen heranziehen:

  • veröffentlichte Bestandsdaten
  • den Nettoinventarwert, kurz NAV
  • Angaben des Administrators
  • den Basisprospekt
  • die Basisinformationsblätter
  • Proof-of-Reserves-Daten

Diese Angaben zeigen, welche Krypto-Assets hinterlegt sind, wer sie verwahrt und wie die Sicherheiten rechtlich aufgebaut sind.

Schützt eine physische Besicherung vor Kursverlusten?

Nein. Sie schützt nicht vor fallenden Kursen.

Der Wert eines Krypto-ETPs richtet sich grundsätzlich nach der Entwicklung des jeweiligen Basiswerts. Sinkt der Kurs von Bitcoin, Ether oder XRP, fällt in der Regel auch der Wert des ETPs.

Gebühren, Spreads und Handelskosten können zusätzlich zu Abweichungen führen. Hohe Verluste bis hin zum Totalverlust sind weiterhin möglich.

Fazit

„Physische Besicherung“ bedeutet, dass einem Krypto-ETP tatsächlich Bestände des jeweiligen Basiswerts gegenüberstehen. Das verringert bestimmte Risiken, schützt aber weder vor Kursverlusten noch vor anderen möglichen Risiken des Produkts.

Entscheidend ist deshalb nicht nur der Hinweis „physisch besichert“. Anleger sollten auch darauf achten, wer die Krypto-Assets verwahrt, wie die Sicherheiten rechtlich geschützt sind und ob ein unabhängiger Sicherheitentreuhänder eingebunden ist. Ebenso wichtig sind Hinweise auf Lending, transparente Reservenachweise und die im Prospekt beschriebenen Risiken.

Weitere Informationen zu den einzelnen ETPs stehen auf den Produktseiten von nxtAssets. Ergänzende Antworten finden Sie in unseren FAQ.

Allgemeiner Hinweis: Diese Informationen dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Rechts- oder Steuerberatung dar. Sie sind nicht als Empfehlung, Angebot oder Aufforderung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Finanzinstrumenten, Kryptowährungen oder Krypto-ETPs zu verstehen. Trotz sorgfältiger Erstellung wird keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen übernommen. Maßgeblich sind ausschließlich die jeweils gültigen rechtlichen Produktunterlagen, insbesondere der Prospekt, die Endgültigen Bedingungen und das Basisinformationsblatt. Investitionen in Kryptowährungen und Krypto-ETPs sind mit Risiken verbunden und können zu Verlusten bis hin zum Totalverlust führen. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen.

14.07.2026, nxtAssets

Ähnliche Posts

Nach oben